Deutschland

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht unserer Forschungsprojekte in Deutschland:

Mäanderhöhle & Co.

Bislang wurde in Deutschland keine Höhle entdeckt in der überzeugende Belege für die Existenz eiszeitlicher Höhlenbilder vorkommen. Das Neanderthal Museum ist seit Jahren in französischen und spanischen Höhlen aktiv, besitzt die beeindruckende Sammlung von Fotos eiszeitlicher Höhlenbilder durch die Hand des Fotografen Heinrich Wendel und hält Kontakt zu deutschen Höhlenforschergruppen. Somit ist das Neanderthal Museum in Deutschland die Anlaufstelle für Fragen zu diesem Thema. Die vermeintlichen Entdeckungen von Höhlenbildern in Deutschland haben etwas gemeinsam: nicht eine einzige Stelle bietet ein überzeugendes, leicht erkennbares Motiv. Es handelt sich immer um Hinterlassenschaften, deren Ursprung unklar ist und der Mensch als Verfasser nur eine von mehreren Möglichkeiten ist. Bislang sieht es so aus, als wären Höhlen in Deutschland zwar von eiszeitlichen Wildbeutern aufgesucht worden, doch erfüllten sie andere Zwecke als Höhlen in Frankreich oder Spanien.

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Steinzeitliche Fundstellen im Neanderland

Die Kleine Feldhofer Grotte ist als Fundstelle des Neanderthalers weltweit bekannt. Ausgrabungen in den Jahren 1997 und 2000 durch das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege erbrachten neben menschlichen Knochen Steinartefakte und Reste der Jagdbeute. Diese Funde und die Erfahrungen aus ähnlichen Fundregionen in Mitteleuropa legen die Vermutung nahe, dass die sanften Hügel und kleinen Täler des Neanderlandes ein ideales Siedlungsgebiet waren. Aus den jüngeren steinzeitlichen Epochen sind auch dementsprechend viele Fundstellen bekannt. Doch fehlen sie bislang noch aus der letzten Eiszeit. Durch systematische Prospektion und die regelmäßige Kartierung von Sammelfunden soll der Forschungsstand kontinuierlich verbessert werden.

In Kooperation mit dem Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege (Overath) betreut das Neanderthal Museum seit 2003 die Ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger in der Region in Sachen 'Steinzeit'. Durch theoretische und praktische Anleitung wird u.a. das Erkennen und Verstehen von Steinartefakten vermittelt. Insbesondere die Neufunde werden dabei intensiv besprochen. Dies ist eine Grundvoraussetzung, um in Zukunft eiszeitliche Fundplätze zu entdecken. Seit 2010 bietet das Neanderthal Museum vierteljährlich einen Bestimmungstag an und vielleicht ist unter den Funden auch einmal ein Steinartefakt des Neanderthalers dabei.

Technologisches Wissen im späten Mittelpaläolithikum und frühen Jungpaläolithikum

Projekt beendet

Die Zeit zwischen 40.000 und 35.000 Jahren ist für die Archäologie ein sehr spannender Forschungsgegenstand mit vielen offenen Fragen. In den Medien wird immer wieder der Fokus auf die Humanfossilien aus diesem Zeitraum gelegt: Neanderthaler und anatomisch moderner Mensch. Doch sind nicht nur die äußerst seltenen menschlichen Relikte wichtige Informationsquellen; die Analyse der Steingerätetechnologie bietet immer wieder viele interessante Einblicke in das Verhalten unserer Vorfahren. Der Grund dafür liegt in der Planungstiefe die notwendig ist, um den Werkstoff Stein effektiv zu bearbeiten. Diese Planungstiefe läßt sich in großen Teilen rekonstruieren. Das Neanderthal Museum konzentriert seine Arbeiten auf Analysen wichtiger Fundstellen aus dem Übergang vom Mittel- zum Jungpaläolithikum mit modernen Methoden, ohne dabei eigene Ausgrabungen durchzuführen. Hierzu zählen Salzgitter-Lebenstedt (Niedersachsen), Balver Höhle und Lommersum (beide Nordrhein Westfalen).

Literatur

Technologisches Wissen im späten Mittelpaläolithikum und frühen Jungpaläolithikum

Pastoors, Andreas (1998): Nouveau regard sur un site paléolithique moyen de plein air: Salzgitter-Lebenstedt (RFA). In: L'Anthropologie 102 (4), S. 523-532.

Pastoors, Andreas (2001): Die mittelpaläolithische Freilandstation von Salzgitter-Lebenstedt. Genese der Fundstelle und Systematik der Steinbearbeitung. Braunschweig: Ruth Printmedien (Salzgitter Forschungen, 3).

Pastoors, Andreas (2009): Blades ? - Thanks, no interest ! Neanderthals in Salzgitter-Lebenstedt. In: Quartär 56, S. 105-118.

Pastoors, Andreas; Schäfer, Joachim (1999): Analyse des états techniques de transformation, d'utilisation et états post dépositionnels. Illustrée par un outil bifacial de Salzgitter-Lebenstedt (FRG). In: Préhistoire Européenne 14, S. 33-47.

Pastoors, Andreas; Tafelmaier, Yvonne (2010): Bladelet production, core reduction strategies, and efficiency of core configuration at the Middle Palaeolithic site Balver Höhle (North Rhine Westphalia, Germany). In: Quartär 57, S. 25-41.

Pastoors, Andreas; Tafelmaier, Yvonne (2012): What about flakes? - Flake production, core reduction strategies in the Aurignacian of the Rhineland: Lommersum IIc (North Rhine Westphalia) and Wildscheuer III (Hessen). In: Andreas Pastoors und Marco Peresani (Hg.): Flakes not blades. The role of flake production at the onset of the Upper Palaeolithic in Europe. Mettmann: Neanderthal Museum (Wissenschaftliche Schriften des Neanderthal Museums, 5), S. 165-180.