Kultur in 3D

Zum Schutz der wertvollen Originalfunde ist es nötig, den unmittelbaren Kontakt durch den Wissenschaftler oder Aussteller auf ein Minimum zu reduzieren. Neue 3D Techniken ermöglichen die Erstellung präziser digitaler Kopien die vielfältig genutzt werden können. So können die Mehrzahl an Vermessungen, typologischen Klassifikationen und stilistischen Vergleichen an der digitalen Kopie durchgeführt werden. Ebenso beschädigen Schnitte durch das digitale Objekt nicht das Original. Weitere Anwendungen sind Präsentation, Raumanalyse, Erstellung von Kopien für das Museum und Didaktik.

3D Dokumentation archäologischer Funde

Seit 2010 ist das Neanderthal Museum im Besitz eines Streifenlichtscanners mit dem reale 3D-Objekte gescannt und in digitale 3D-Modelle umgerechnet werden. Der Kauf dieses Gerätes ist ein entscheidender Beitrag zur Erweiterung der Sammlung an digitalen Objekten und gleichzeitig Erforschung der Möglichkeiten für die prähistorische Archäologie. So werden systematisch die verschiedenen Fundgattungen (Stein- und Knochenartefakte, Schmuck, Klein- und Höhlenkunst) und Befunde gescannt. Über die Ergebnisse und neuen Entwicklungen ist das Neanderthal Museum in intensivem Austausch mit anderen Institutionen.

Weitere Infos: NESPOS, Breuckmann

Europancestors

Projekt beendet

Gemeinsam mit mehreren europäischen Partnern (Natural History Museum London, Naturalis Leiden, Universität Turin, Musée National d'Histoire et d'Art Luxembourg, Musée National de la Préhistoire Les Eyzies, Naturkundemuseum Budapest, Köngliches Institut für Naturwissenschaften Brüssel) wurde das oben genannte Projekt entwickelt. Ziel war die Erstellung eines virtuellen Museums im Internet zur Entwicklungsgeschichte der Menschen in Europa. Dieses gemeinsame urgeschichtliche Erbe Europas sollte auf einer Website zugänglich gemacht werden. Zudem wurde ein Katalog der in Europa gefundenen Humanfossilien aktualisiert und über die Website zugänglich gemacht. Die Datenbank richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit sowie an die Fachwelt. Das Projekt wurde von 1999-2000 im Rahmen des Programmes Kultur 2000 von der Europäischen Kommission, Generaldirektorat Kultur gefördert.

ORION-Object Rich Information Network

Gemeinsam mit mehreren europäischen Partner (National Museums of Scotland; Athens Technology Center, Greece; Universidad Politécnica de Madrid, Spain; Universita Degli Studi Di Firenze, Italy; The Multimedia Team, Scotland; Gesellschaft zur Förderung Angewandter Informatik, EV, Germany;National Museum of Ireland; BIBRACTE, Centre archéologique européen, France; Archaeological Laboratories of Dion, Greece; Museo Arqueológico Provincia de Alicante, Spain; Intracom, Greece) wurde von 2003-2004 untersucht, wie die Anwendung der 3D-Technologie für Museen in Europa nutzbar gemacht werden kann, um Wissenschaftlern und der breiten Öffentlichkeit Zugang zum kulturellen Erbe zu ermöglichen. Das Projekt wurde von der Europäischen Kommission gefördert.

EVAN-European Virtual Anthropology Network

Projekt beendet

Von 2006-2009 wurde der Leitung des Instituts für Anthropologie der Universität Wien das Marie Curie Trainingsprogramm durchgeführt. Über 30 Nachwuchswissenschaftlern aus Paläoanthropologie, Medizin, Informatik und Ingenieurwissenschaften wurde die Chance eröffnet, neue Methoden und Verfahren der Darstellung und Verarbeitung virtueller 3D-Bilder zu erlernen und in ihren Forschungen einzusetzen. Dazu hatten sich 15 europäische Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen bereit erklärt. Am Neanderthal Museum forschte die Marie-Curie-Stipendiatin Priscilla Bayle über die Entwicklungsgeschichte der Zähne der Gattung Homo anhand hoch auflösender CT-Scans. EVAN nutzte NESPOS als Archiv für seine digitalen Bilddaten. Das Projekt wurde von der Europäischen Kommission gefördert.

Weitere Infos hier

TNT-The Neanderthal Tools

Projekt beendet

Gemeinsam mit mehreren europäischen Partner (ART+COM Berlin, PXP Software Vienna, National Geographic Deutschland Hamburg, Hasso-Plattner-Institut Potsdam, Croatian Natural History Museum, Zagreb, Royal Belgian Institute of Natural Sciences, Brussels, Université de Poitiers)wurde die Digitalisierung europäischer Neanderthalerfunde initiiert und zugleich ein Softwaretool entwickelt, das die Bearbeitung der Daten ermöglicht. Gescannt wurden über 600 Fossilien und Artefakte aus Belgien, Kroatien, Frankreich und Deutschland. Das zentrale Ergebnis des Projektes ist die Datenbank NESPOS. TNT wurde von 2004-2006 von der Europäischen Kommission gefördert.

Literatur

3D Dokumentation archäologischer Funde

Breuckmann, Bernd; Arias Cabal, Pablo; Mélard, Nicolas; Ontañón Peredo, Roberto; Pastoors, Andreas; Teira Mayolini, Luis C. et al. (2009): Surface scanning - New perspectives for archaeological data management and methodology? In: Lisa Fischer, Bernhard Frischer und Sarah Wells (Hg.): Computer applications and quantitative methods in Archaeology. Making history interactive. March 22-26, 2009. Williamsburg, S. 1-8.

Pastoors, Andreas; Weniger, Gerd C. (2011): Close-range sensing for generation 3D objects in prehistoric archaeology. In: Victoria Lenz-Wiedemann und Georg Bareth (Hg.): Proceedings of the ISPRS WG VII/5 Workshop, Workshop, 18.-19.11.2011, Cologne: Köln, S. 103-106.

Pastoors, Andreas; Weniger, Gerd C. (2011): Graphical documentation of lithic artefacts: traditional hand craft versus 3-D mechanical recording. In: Roberto Macchiarelli und Gerd C. Weniger (Hg.): Pleistocene databases: acquisition, storing, sharing. Mettmann: Neanderthal Museum (Wissenschaftliche Schriften des Neanderthal Museums, 4), S. 9-18.