Aktuelle Sonderausstellung

Fleisch. Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit

22. November 2014 bis 15. März 2015

 

Fleisch gilt als Motor unserer Evolution. Unseren Vorfahren war es wichtiger Energielieferant für ein größer werdendes Gehirn. So war die Jagd über Jahrhunderttausende unverzichtbarer Bestandteil menschlichen Lebens. In der gemeinsam mit den bekannten Experimentalarchäologen Harm Paulsen und Ulrich Stodiek konzipierten Ausstellung verdeutlichen Rekonstruktionen und Modelle den technischen Erfindungsreichtum der steinzeitlichen Jäger, Fischer und Fallensteller. Die Nachbauten entstanden anhand von völkerkundlichen Vergleichen und Erkenntnissen aus der experimentellen Archäologie. Sie tragen durch ihre Anschaulichkeit zum Verständnis der Ausstellung bei, denn im archäologischen Befund ist meist nur wenig bis nichts an Waffen und Fallen erhalten.  

Alle ausgestellten Waffen und Geräte sind funktionsfähige und originalgetreue Nachbildungen europäischer Funde von der frühen Altsteinzeit vor etwa 300.000 Jahren bis in die späte Jungsteinzeit vor etwa 4.000 Jahren.

Unsere frühesten Vorfahren in den afrikanischen Savannen ernährten sich von Blättern und Früchten. Dies änderte sich vor etwa 2,3 Millionen Jahren entscheidend: unsere Vorfahren begannen, ihren Speiseplan um Fleisch zu bereichern. Zwar sind wir Menschen biologisch gesehen Allesfresser. Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Vitamine und Mineralien finden sich in pflanzlicher und tierischer Kost gleichermaßen. Doch Fleisch und Fisch sind mit ihrem hohen Anteil an Nährstoffen optimale Energielieferanten - Treibstoff für das Gehirn, das 20% der körpereigenen Energie verbraucht. Mit dem größeren Gehirn wurden wir schlauer und begannen, effektive Waffen und ausgefeilte Jagdtechniken zu erfinden. Und wir erfanden das Feuer. Ein großer Vorteil: gegarte Nahrung ist bekömmlicher und ein effektiver Energielieferant. Eine komplexe Sprache ermöglichte die Weitergabe von Wissen und Technologie, die Entwicklung von Jagdstrategien und die Kommunikation während der Jagd.

Highlight der Ausstellung sind authentische Nachbildungen von archäologischen Sensationsfunden wie die ältesten Jagdwaffen, die Schöninger Speere oder die Lehringer Lanze, mit der Neanderthaler einen Waldelefanten getötet hatten. Viel später, nach der letzten Eiszeit, setzten sich Pfeil und Bogen als Jagdwaffen durch. Berühmtes und ältestes Mordopfer durch Pfeilschuss ist Ötzi. Die tödliche Pfeilspitze steckte noch in seinem linken Schulterblatt. Er selbst trug einen unfertigen Bogen und Pfeile mit sich.

Anpassungsfähigkeit an verschiedenste Nahrungsquellen ist das Erfolgsrezept der Menschen. Und so ersannen bereits die Neanderthaler Möglichkeiten, die fischreichen Flüsse, Seen und Meeresküsten zu nutzen. Aus dieser Zeit sind keine Fischfanggeräte erhalten, aber Reste von Fischmahlzeiten an den Lagerplätzen. Die ältesten bekannten Harpunen und Querangeln stammen vom Ende der letzten Eiszeit und sind etwa 15.000 Jahre alt. Viel jünger, mindestens 5000 Jahre alt, sind Fischzäune, Reusen und Netze, die in Dänemark ausgegraben wurden.

Im Rahmen der Ausstellung werden zahlreiche Veranstaltungen angeboten. Ein außergewöhnliches Event findet am Freitag, den 30. Januar statt. Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Kultmetzger Peter Inhoven wurde ein Programm entwickelt, bei dem sich alles um das Thema Fleisch dreht.

Alle Veranstaltungen finden Sie im Begleitprogramm.

Tickets für die Veranstaltungen sind ab sofort auch online erhältlich.

Pressefotos zum Download finden Sie hier.

Begleitprogramm "Fleisch! Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit"

Begleitprogramm_Fleisch

Begleitprogramm_Fleisch
1.87 MB (NTM_SA_Fleisch_4-Seiter_K4.pdf)