Aktuelle Sonderausstellung

Mumien - Reise in die Unsterblichkeit

Sarkophagdeckel

23. November 2013 bis 27. April 2014

Die Ausstellung » Mumien - Reise in die Unsterblichkeit« bringt Ende 2013 den Glanz des Alten Ägypten ins Neandertal. Die Präsentation gibt anhand von Originalexponaten aus dem Ägyptischen Museum in Florenz einen Einblick in die religiösen Vorstellungen der ägyptischen Hochkultur mit ihren geheimnisvollen Mumien, den prunkvollen Grabausstattungen und der rätselhaften Götterwelt. Der Glaube der alten Ägypter an ein Leben nach dem Tod gehört zu den faszinierendsten Themen der Archäologie. Gräber sind die wichtigste Quelle für unser Verständnis der altägyptischen Kultur. Nirgendwo sonst erfahren wir so viel über den Glauben, aber auch das alltägliche Leben der Ägypter.

Schwerpunkte der Ausstellung sind das religiöse Konzept des Jenseits, die Praktiken der Mumifizierung und Einbalsamierung und die Rolle des Sarkophags im Totenkult. Außerdem werden Ritualobjekte sowie Alltagsgegenstände in den Grabbeigaben gezeigt.

 

Kopf einer männlichen Mumie
Kopf einer männlichen Mumie

Leben nach dem Tod

Im alten Ägypten bedeutete der Tod nicht das Ende des Lebens, sondern nur einen Augenblick des Übergangs in eine andere Lebensform, die sich im Jenseits fortsetzte. Für dieses Leben nach dem Tod musste der Körper erhalten werden. Nur dann konnte die Seele, die sich mit dem Tod vom Körper des Verstorbenen löst, wieder in den Körper zurückkehren.

Daher wurde versucht, die Toten durch Einbalsamierung vor der Verwesung zu bewahren. Die Mumien stehen für das Streben nach ewigem Leben. Zur Erhaltung des Körpers für sein Weiterleben in der Ewigkeit entwickelten die Ägypter das sehr aufwändige Verfahren der Balsamierung. Es dauerte bis zu 70 Tagen. Dabei wurde das Gehirn entnommen sowie die meisten Organe aus Bauchhöhle und Rumpf. Danach wurde der Körper mit Natron gefüllt und bedeckt, um dem Körper das gesamte Wasser zu entziehen. Anschließend füllte man die Körperhöhlungen mit Tüchern und konservierenden Harzen und umwickelte den Körper mit Leinenbinden. Die entnommenen Eingeweide wurden gesondert behandelt und in vier sogenannten Kanopenvasen aufbewahrt. Das Herz blieb in der Mumie. In der Sonderschau sind mehrere Mumien und mumifizierte Körperteile, ein Ensemble von Kanopenvasen und weitere Zeugnisse des Bestattungsvorgangs zu sehen.

Kanopen ohne Inschrift

Sarkophage, Gräber und Beigaben

Sarkophage dienten dem weiteren Schutz des Körpers – sowohl vor Verwesung als auch vor Grabschändung. Sie konnten kastenförmig oder menschengestaltig sein, und manchmal waren sie sehr kunstvoll dekoriert, z.B. mit Gesichtern oder Händen und Füßen. Beispiele dafür aus verschiedenen Zeiten werden in der Sonderschau gezeigt. Als extrem aufwändiger Schutz der Bestattung dienten im Übrigen auch die Pyramiden, die die Pharaonen errichten ließen.

Beigegeben wurden den Verstorbenen Amulette wie z.B. die Horusaugen und andere Gegenstände, die für den Bestattungskult bestimmt waren. Dazu kamen zahlreiche Dinge des täglichen Bedarfs – denn auch im Jenseits sollte es den Verstorbenen an nichts fehlen.

Die Wanderausstellung wurde von expona museum exhibition network (Bozen) und Contemporanea Progetti (Florenz) realisiert. Die beiden Kuratorinnen Maria Cristina Guidotti und Flora Silvano, beide vom Ägyptischen Museum in Florenz, haben eine Ausstellung mit ca. 80 faszinierenden Objekten aus der Museumssammlung gestaltet.

Das umfangreiche Rahmenprogramm zur Ausstellung finden Sie hier online.