Kultur in 3D

Zum Schutz der wertvollen Originalfunde ist es nötig, den unmittelbaren Kontakt durch den Wissenschaftler oder Aussteller auf ein Minimum zu reduzieren. Neue 3D Techniken ermöglichen die Erstellung präziser digitaler Kopien die vielfältig genutzt werden können. So können die Mehrzahl an Vermessungen, typologischen Klassifikationen und stilistischen Vergleichen an der digitalen Kopie durchgeführt werden. Ebenso beschädigen Schnitte durch das digitale Objekt nicht das Original. Weitere Anwendungen sind Präsentation, Raumanalyse, Erstellung von Kopien für das Museum und Didaktik. Mehr zu unserem aktuellen Forschungsprojekt DISAPALE finden Sie im aufklappbaren Reiter weiter unten.

3D Dokumentation archäologischer Funde

Seit 2010 ist das Neanderthal Museum im Besitz eines Streifenlichtscanners mit dem reale 3D-Objekte gescannt und in digitale 3D-Modelle umgerechnet werden. Der Kauf dieses Gerätes ist ein entscheidender Beitrag zur Erweiterung der Sammlung an digitalen Objekten und gleichzeitig Erforschung der Möglichkeiten für die prähistorische Archäologie. So werden systematisch die verschiedenen Fundgattungen (Stein- und Knochenartefakte, Schmuck, Klein- und Höhlenkunst) und Befunde gescannt. Über die Ergebnisse und neuen Entwicklungen ist das Neanderthal Museum in intensivem Austausch mit anderen Institutionen.
Details zu DISAPALE
 
Das DISAPALE-Projekt verfolgt das Ziel, die ca. 500 bekannten Typen prähistorischer Steinartefakte zu digitalisieren, zu katalogisieren und der Öffentlichkeit und Forschung zugänglich zu machen. Hierzu sollen in den nächsten drei Jahren Steinartefakte 3D-gescannt und auf der Online-Plattform „NESPOS“ (Neanderthal Studies Professional Online Service) veröffentlicht werden.
 
Das Projekt ist eine Kollaboration des Neanderthal Museums mit der Friedrich-Alexander Universität Erlangen und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts hat Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger (Neanderthal Museum), bearbeitet werden die Artefakte von den Projektmitarbeitern Gianpiero Di Maida (Post-Doc, Neanderthal Museum) und Jan Sabri Cetinkaya (wiss. Mitarbeiter, Neanderthal Museum).
 
Die Digitalisierung wird durch einen Streiflichtscanner der Marke Breuckmann (smart-scan 3D) und der aktuellen Software (Optoscan 2018) vorgenommen. Ergänzend sollen weitere Methoden, wie etwa ‚Structure from Motion‘, zum Einsatz kommen. Unsere Vorgehensweise zielt auf einen Vergleich der unterschiedlichen Digitalisierungstechniken ab. Die prähistorischen Artefakte, die im Zuge des Projekts digitalisiert werden, stammen aus der Lehrsammlung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen und der Sammlung des Neanderthal Museums.
 
Die Grundlage zur Umsetzung des Projekts bilden die bekannten Typologien prähistorischer Steinartefakte in der Fachliteratur, wie etwa Bordes: „Typologie du Paléolitique ancient et moyen” (Paris 2000) oder Floss (Hrsg.): „Steinartefakte. Vom Altpaläolithikum bis in die Neuzeit“ (Tübingen 2013). Ein weiteres Ziel des DISAPALE-Projekts ist, die bestehenden Typologien kritisch zu betrachten und mögliche Alternativen aufzuzeigen.
 
Das Projekt hat eine geplante Laufzeit von drei Jahren. In dieser Zeit wird das Projektteam in regelmäßigen Abständen Updates über seine Arbeit und den Fortgang des Projekts über die Social Media-Kanäle des Neanderthal Museums veröffentlichen.